Perspektive der Arbeit im Zeitalter der vierten industriellen Revolution

Warum Industrie 4.0 – oder auch die vierte industrielle Revolution?

Der Begriff ist bewusst gewählt, denn mit der beschleunigten Verknüpfung von Produkten und Produktionsprozessen mit Diensten im Internet treten ähnlich weitreichende Veränderungen in der Arbeits- und Alltagsorganisation der Menschen auf wie bereits bei den ersten drei industriellen Revolutionen.

Industrie 4.0 wird ganze Wertschöpfungsketten verändern: Im Rahmen neuer Geschäftsmodelle wird die Veränderung wahrscheinlich disruptiv sein, während sich die Anlagenausstattung in den produzierenden Unternehmen eher evolutionär weiterentwickelt. Analog dazu erfolgt der Wandel in der Arbeitswelt.

Die Fabriken sind längst leer

Die Fabrikwelt steht am Anfang der vierten industriellen Revolution: Dampfmaschine, Fließband und computerunterstützte Maschinen haben die ersten drei industriellen Revolutionen geprägt, in der Industrie 4.0 sind es Vernetzung und Internet. IT- und Telekommunikation werden stärker denn je mit der Fertigungs- und der Prozessindustrie verzahnt.

Die zusammen mit der Dampfmaschine ausgelöste Mechanisierung der Industrie 1.0 – zum Beispiel mit dem mechanischen Webstuhl – war dadurch gekennzeichnet, dass weniger Menschen mehr erwirtschaften. Dieser Trend hat sich mit dem Fließband fortgesetzt und ab den 1960er Jahren mit dem Einsatz von computerunterstützter, numerischer Steuerung und IT zur intensiven Automatisierung beschleunigt. Sichtbarstes Zeichen hierfür ist der Einsatz von Robotern in vielen Branchen. So wurde beispielsweise in der Automobilindustrie im Jahr 2013 ein Automatisierungsgrad von 98 Prozent im Karosseriebau erreicht. Das häufig verwendete Bild der menschenleeren Fabrik ist demnach in einigen Bereichen der Fabrik der Industrie 3.0 längst Realität. Und der Trend, dass weniger Menschen durch Automatisierung und Mechanisierung mehr erwirtschaften wird sich fortsetzen.