Mit Digitalen Bauhäusern die Digitalisierung gestalten

  • Neben Technologiekompetenz gewinnt Gestaltungskompetenz an Bedeutung
  • Bitkom veröffentlicht Positionspapier und Sammelband „Digital Design @Bauhaus“

Berlin, 12. September 2019 - Um in der digitalen Welt erfolgreich zu sein, ist nach Ansicht des Digitalverbands Bitkom nicht nur Technologie notwendig, sondern zunehmend auch Gestaltungskompetenz. Während sich in anderen Berufsbildern wie dem Bauwesen mit Architekten oder in der Produktion mit Industriedesignern eine solche Gestaltungskompetenz herausgebildet hat, fehlt diese für die Digitalisierung noch. Aktuell ist rund jeder vierte Studiengang des Bauwesens ein Architekturstudiengang, aber weniger als 3 Prozent aller Gestaltungs- und Informatikstudiengänge sind potenziell für die Ausbildung von Digital Designern geeignet. „Vor 100 Jahren wurde das Staatliche Bauhaus in einer mit heute vergleichbaren Situation gegründet, denn neue technische Möglichkeiten erforderten eine neue Stufe in der Architektur und im Design“, sagt Dr. Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Bitkom. „Digitale Bauhäuser könnten die Bauhaus-Kombination aus Hochschule, Labor und Thinktank aufgreifen und den Menschen in den Mittelpunkt stellt.“ Bitkom fordert neben der Gründung digitaler Bauhäuser in Deutschland neue Berufsbilder und Studiengänge im Bereich der digitalen Gestaltungskompetenz sowie Fördermittel für deutsche Hochschulen zur Ausbildung von Gestalterinnen und Gestalter der Digitalisierung.

Wie ein Studiengang „Digital Design“ aussehen könnte und welche Möglichkeiten, aber auch Besonderheiten „Digital als Material“ hat, beschreiben Autoren aus dem Arbeitskreis Digital Design des Bitkom in einem parallel zum Positionspapier veröffentlichten Sammelband „Digital Design @Bauhaus“. Dabei geht es um eine Abkehr von der Auffassung, dass es ausreicht, Programmier- und Technologiekenntnisse zu vermitteln, um die Digitalisierung zu gestalten.  So wie Industriedesigner ein Verständnis über die Möglichkeiten und Grenzen haben, die ein bestimmtes physisches Material hat, könnten Digitale Designer ein Verständnis von den Möglichkeiten und Grenzen des „Digitalen“ haben. Eine große Chance des Berufsbilds „Digital Design“ sehen die Autoren auch darin, eine breitere Gruppe von potenziellen Studierenden und deutlich mehr Frauen zu gewinnen, die sich von bisherigen Informatik-Studiengängen nicht angesprochen fühlen. Der Sammelband steht zum Download bereit unter: www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Digital-Design-Bauhaus-Sammelband